Merit-Order-Effekt

 

Merit-Order-Effekt

 
 

Vermeidung eines Missverständnisses: Der Merit-Order-Effekt und der Strompreis

In der Diskussion über die Höhe des Strompreises gerät regelmäßig die Förderung der Erneuerbaren Energien ins Visier der Kritiker, die darin – fälschlicherweise – den entscheidenden Teuerungsfaktor des Strompreises sehen.
Von den Kritikern wird aber gerne vergessen, dass der aus regenerativen Energien wie der Photovoltaik oder der Windkraft gewonnene und mit der Einspeisevergütung abgegoltene Strom (EEG-Strom) über den Merit-Order-Effekt auch eine signifikant preisdämpfende Wirkung auf den Strompreis hat.




Die Merit-Order an der Strombörse

Auf dem Spotmarkt der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig kaufen Stromlieferanten ihren kurzfristigen Strombedarf ein. Dieser Stromnachfrage stehen die Angebote der Stromproduzenten gegenüber, die für jede Handelsrunde nach den Angebotspreisen – den je nach Kraftwerkstyp verschieden Produktionskosten – sortiert werden. Auf diese Weise entsteht die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke, die sogenannte Merit-Order.
Im Zuge der Handelsrunde werden dann Stromnachfrage und Angebotsvolumen abgeglichen, d.h. die einzelnen Angebote werden beginnend mit dem günstigsten so lange vergeben, bis die Nachfrage gedeckt ist. Den Verkaufspreis (Spotmarktpreis) für alle Angebote bestimmt dann das teuerste Angebot (Kraftwerk), das gerade noch zur Deckung der Nachfrage benötigt wird (vgl. untenstehende Grafik).

Merit-Order-Effekt

Der Merit-Order-Effekt vergünstigt den Strompreis

Merit-Order-Effekt: Durch den EEG-Strom
sinkt der Strompreis am Spotmarkt der EEX

Die Übertragungsnetzbetreiber müssen gemäß § 2 AusglMechV den EEG-Strom auf dem Spotmarkt vermarkten und nach § 8, Abs. 4 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) diesen Strom vorrangig verteilen: sie müssen ihn also in jedem Fall verkaufen. Deshalb bieten sie den EEG-Strom so günstig an, dass er an der besten Position in der Merit-Order (in obenstehender Grafik ganz links) gereiht wird. Mit dem EEG-Angebot verschiebt sich hierdurch die Angebotskurve aller anderen Stromangebote (nach rechts) und die teureren Angebote (Kraftwerke) werden aus der Merit-Order gedrängt – der Spotmarkt-Strompreis sinkt im Vergleich zu einer Handelsrunde ohne EEG-Strom. Diese Einsparung ist gemeint, wenn vom Merit-Order-Effekt die Rede ist.

Besonders ausgeprägt ist der Merit-Order-Effekt bspw. beim Verkauf von Photovoltaik-Strom. Da die Solarstromproduktion gewöhnlich zu den Mittagsstunden am höchsten ist, wird der EEG-Solarstrom nämlich in den Verkaufsrunden vermarktet, in denen sich die Stromlieferanten mit teurem Spitzenlaststrom für die Mittagsverbrauchsspitzen eindecken.

Vermeidung eines Missverständnisses: Der Merit-Order-Effekt und der Strompreis

In der Diskussion über die Höhe des Strompreises gerät regelmäßig die Förderung der Erneuerbaren Energien ins Visier der Kritiker, die darin – fälschlicherweise – den entscheidenden Teuerungsfaktor des Strompreises sehen.
Von den Kritikern wird aber gerne vergessen, dass der aus regenerativen Energien wie der Photovoltaik oder der Windkraft gewonnene und mit der Einspeisevergütung abgegoltene Strom (EEG-Strom) über den Merit-Order-Effekt auch eine signifikant preisdämpfende Wirkung auf den Strompreis hat.




Die Merit-Order an der Strombörse

Auf dem Spotmarkt der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig kaufen Stromlieferanten ihren kurzfristigen Strombedarf ein. Dieser Stromnachfrage stehen die Angebote der Stromproduzenten gegenüber, die für jede Handelsrunde nach den Angebotspreisen – den je nach Kraftwerkstyp verschieden Produktionskosten – sortiert werden. Auf diese Weise entsteht die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke, die sogenannte Merit-Order.
Im Zuge der Handelsrunde werden dann Stromnachfrage und Angebotsvolumen abgeglichen, d.h. die einzelnen Angebote werden beginnend mit dem günstigsten so lange vergeben, bis die Nachfrage gedeckt ist. Den Verkaufspreis (Spotmarktpreis) für alle Angebote bestimmt dann das teuerste Angebot (Kraftwerk), das gerade noch zur Deckung der Nachfrage benötigt wird (vgl. untenstehende Grafik).

Merit-Order-Effekt

Der Merit-Order-Effekt vergünstigt den Strompreis

Merit-Order-Effekt: Durch den EEG-Strom
sinkt der Strompreis am Spotmarkt der EEX

Die Übertragungsnetzbetreiber müssen gemäß § 2 AusglMechV den EEG-Strom auf dem Spotmarkt vermarkten und nach § 8, Abs. 4 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) diesen Strom vorrangig verteilen: sie müssen ihn also in jedem Fall verkaufen. Deshalb bieten sie den EEG-Strom so günstig an, dass er an der besten Position in der Merit-Order (in obenstehender Grafik ganz links) gereiht wird. Mit dem EEG-Angebot verschiebt sich hierdurch die Angebotskurve aller anderen Stromangebote (nach rechts) und die teureren Angebote (Kraftwerke) werden aus der Merit-Order gedrängt – der Spotmarkt-Strompreis sinkt im Vergleich zu einer Handelsrunde ohne EEG-Strom. Diese Einsparung ist gemeint, wenn vom Merit-Order-Effekt die Rede ist.

Besonders ausgeprägt ist der Merit-Order-Effekt bspw. beim Verkauf von Photovoltaik-Strom. Da die Solarstromproduktion gewöhnlich zu den Mittagsstunden am höchsten ist, wird der EEG-Solarstrom nämlich in den Verkaufsrunden vermarktet, in denen sich die Stromlieferanten mit teurem Spitzenlaststrom für die Mittagsverbrauchsspitzen eindecken.

Vermeidung eines Missverständnisses: Der Merit-Order-Effekt und der Strompreis

In der Diskussion über die Höhe des Strompreises gerät regelmäßig die Förderung der Erneuerbaren Energien ins Visier der Kritiker, die darin – fälschlicherweise – den entscheidenden Teuerungsfaktor des Strompreises sehen.
Von den Kritikern wird aber gerne vergessen, dass der aus regenerativen Energien wie der Photovoltaik oder der Windkraft gewonnene und mit der Einspeisevergütung abgegoltene Strom (EEG-Strom) über den Merit-Order-Effekt auch eine signifikant preisdämpfende Wirkung auf den Strompreis hat.




Die Merit-Order an der Strombörse

Auf dem Spotmarkt der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig kaufen Stromlieferanten ihren kurzfristigen Strombedarf ein. Dieser Stromnachfrage stehen die Angebote der Stromproduzenten gegenüber, die für jede Handelsrunde nach den Angebotspreisen – den je nach Kraftwerkstyp verschieden Produktionskosten – sortiert werden. Auf diese Weise entsteht die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke, die sogenannte Merit-Order.
Im Zuge der Handelsrunde werden dann Stromnachfrage und Angebotsvolumen abgeglichen, d.h. die einzelnen Angebote werden beginnend mit dem günstigsten so lange vergeben, bis die Nachfrage gedeckt ist. Den Verkaufspreis (Spotmarktpreis) für alle Angebote bestimmt dann das teuerste Angebot (Kraftwerk), das gerade noch zur Deckung der Nachfrage benötigt wird (vgl. untenstehende Grafik).

Merit-Order-Effekt

Der Merit-Order-Effekt vergünstigt den Strompreis

Merit-Order-Effekt: Durch den EEG-Strom
sinkt der Strompreis am Spotmarkt der EEX

Die Übertragungsnetzbetreiber müssen gemäß § 2 AusglMechV den EEG-Strom auf dem Spotmarkt vermarkten und nach § 8, Abs. 4 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) diesen Strom vorrangig verteilen: sie müssen ihn also in jedem Fall verkaufen. Deshalb bieten sie den EEG-Strom so günstig an, dass er an der besten Position in der Merit-Order (in obenstehender Grafik ganz links) gereiht wird. Mit dem EEG-Angebot verschiebt sich hierdurch die Angebotskurve aller anderen Stromangebote (nach rechts) und die teureren Angebote (Kraftwerke) werden aus der Merit-Order gedrängt – der Spotmarkt-Strompreis sinkt im Vergleich zu einer Handelsrunde ohne EEG-Strom. Diese Einsparung ist gemeint, wenn vom Merit-Order-Effekt die Rede ist.

Besonders ausgeprägt ist der Merit-Order-Effekt bspw. beim Verkauf von Photovoltaik-Strom. Da die Solarstromproduktion gewöhnlich zu den Mittagsstunden am höchsten ist, wird der EEG-Solarstrom nämlich in den Verkaufsrunden vermarktet, in denen sich die Stromlieferanten mit teurem Spitzenlaststrom für die Mittagsverbrauchsspitzen eindecken.

 

Merit-Order-Effekt und der Endkundenstrompreis

Die Größenordnung des Merit-Order-Effekts ist in den letzten Jahren von mehreren Forschungsinstituten untersucht worden. Eine Studie der TU Berlin errechnete für den Spotmarkt-Strompreis zwischen 2006 und 2010 etwa einen durchschnittlichen jährlichen Merit-Order-Effekt von ca. 0,8 Cent/kWh.
Dieser positive Preiseffekt wirkt sich aber nicht auf alle Stromendkunden gleichermaßen aus. Zwar ist der Spotmarkt-Strompreis an der EEX der Referenzpreis für den Stromgroßhandel in ganz Europa – von den Preissenkungen durch den Merit-Order-Effekt profitieren jedoch hauptsächlich die Stromlieferanten und die großen Industriekunden, die ihren Strom an der Börse einkaufen. Eine Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI Karlsruhe) resümiert:

Die Frage, wie hoch die einzelnen Endkunden von diesem Effekt profitieren, hängt letztlich von der Wettbewerbssituation auf diesem Markt und der Struktur der Strombeschaffung ab. Hier dürfte gelten, dass Unternehmen mit hohem Stromverbrauch stärker von diesem Effekt profitieren können. Hierzu gehören insbesondere Unternehmen, die bereits im Rahmen der Privilegierung verringerte EEG Umlagensätze zahlen.

An die Haushaltsstromkunden wurde der Merit-Order-Effekt in den letzten Jahren allerdings nicht weitergegeben – teilweise behalten ihn die Elektrizitätsversorger als Gewinn ein, während sie zugleich die Mehrkosten der Stromerzeugung nach dem EEG auf die Kunden ohne die Dämpfung durch den Merit-Order-Effekt abwälzen. Hierdurch kann sich der Effekt auf den Haushalskundenstrompreis sogar negativ auswirken. Mit dem Merit-Order-Effekt verringert sich nämlich der Erlös, den die Übertragungsnetzbetreiber durch dem Verkauf des EEG-Stroms am Spotmarkt erzielen. Da so der Differenzbetrag zu den Vergütungskosten steigt, erhöht sich mittelbar auch die EEG-Umlage: Die Mehrkosten trägt der Verbraucher.

Solarzellen im Zusammenspiel

Zur individuellen Berechnung

Merit-Order-Effekt und der Endkundenstrompreis

Die Größenordnung des Merit-Order-Effekts ist in den letzten Jahren von mehreren Forschungsinstituten untersucht worden. Eine Studie der TU Berlin errechnete für den Spotmarkt-Strompreis zwischen 2006 und 2010 etwa einen durchschnittlichen jährlichen Merit-Order-Effekt von ca. 0,8 Cent/kWh.
Dieser positive Preiseffekt wirkt sich aber nicht auf alle Stromendkunden gleichermaßen aus. Zwar ist der Spotmarkt-Strompreis an der EEX der Referenzpreis für den Stromgroßhandel in ganz Europa – von den Preissenkungen durch den Merit-Order-Effekt profitieren jedoch hauptsächlich die Stromlieferanten und die großen Industriekunden, die ihren Strom an der Börse einkaufen. Eine Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI Karlsruhe) resümiert:

Die Frage, wie hoch die einzelnen Endkunden von diesem Effekt profitieren, hängt letztlich von der Wettbewerbssituation auf diesem Markt und der Struktur der Strombeschaffung ab. Hier dürfte gelten, dass Unternehmen mit hohem Stromverbrauch stärker von diesem Effekt profitieren können. Hierzu gehören insbesondere Unternehmen, die bereits im Rahmen der Privilegierung verringerte EEG Umlagensätze zahlen.

An die Haushaltsstromkunden wurde der Merit-Order-Effekt in den letzten Jahren allerdings nicht weitergegeben – teilweise behalten ihn die Elektrizitätsversorger als Gewinn ein, während sie zugleich die Mehrkosten der Stromerzeugung nach dem EEG auf die Kunden ohne die Dämpfung durch den Merit-Order-Effekt abwälzen. Hierdurch kann sich der Effekt auf den Haushalskundenstrompreis sogar negativ auswirken. Mit dem Merit-Order-Effekt verringert sich nämlich der Erlös, den die Übertragungsnetzbetreiber durch dem Verkauf des EEG-Stroms am Spotmarkt erzielen. Da so der Differenzbetrag zu den Vergütungskosten steigt, erhöht sich mittelbar auch die EEG-Umlage: Die Mehrkosten trägt der Verbraucher.

Solarzellen im Zusammenspiel

Zur individuellen Berechnung

Merit-Order-Effekt und der Endkundenstrompreis

Die Größenordnung des Merit-Order-Effekts ist in den letzten Jahren von mehreren Forschungsinstituten untersucht worden. Eine Studie der TU Berlin errechnete für den Spotmarkt-Strompreis zwischen 2006 und 2010 etwa einen durchschnittlichen jährlichen Merit-Order-Effekt von ca. 0,8 Cent/kWh.
Dieser positive Preiseffekt wirkt sich aber nicht auf alle Stromendkunden gleichermaßen aus. Zwar ist der Spotmarkt-Strompreis an der EEX der Referenzpreis für den Stromgroßhandel in ganz Europa – von den Preissenkungen durch den Merit-Order-Effekt profitieren jedoch hauptsächlich die Stromlieferanten und die großen Industriekunden, die ihren Strom an der Börse einkaufen. Eine Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI Karlsruhe) resümiert:

Die Frage, wie hoch die einzelnen Endkunden von diesem Effekt profitieren, hängt letztlich von der Wettbewerbssituation auf diesem Markt und der Struktur der Strombeschaffung ab. Hier dürfte gelten, dass Unternehmen mit hohem Stromverbrauch stärker von diesem Effekt profitieren können. Hierzu gehören insbesondere Unternehmen, die bereits im Rahmen der Privilegierung verringerte EEG Umlagensätze zahlen.

An die Haushaltsstromkunden wurde der Merit-Order-Effekt in den letzten Jahren allerdings nicht weitergegeben – teilweise behalten ihn die Elektrizitätsversorger als Gewinn ein, während sie zugleich die Mehrkosten der Stromerzeugung nach dem EEG auf die Kunden ohne die Dämpfung durch den Merit-Order-Effekt abwälzen. Hierdurch kann sich der Effekt auf den Haushalskundenstrompreis sogar negativ auswirken. Mit dem Merit-Order-Effekt verringert sich nämlich der Erlös, den die Übertragungsnetzbetreiber durch dem Verkauf des EEG-Stroms am Spotmarkt erzielen. Da so der Differenzbetrag zu den Vergütungskosten steigt, erhöht sich mittelbar auch die EEG-Umlage: Die Mehrkosten trägt der Verbraucher.

Solarzellen im Zusammenspiel

Zur individuellen Berechnung