Eigenverbrauch

 

Eigenverbrauch

 
 

Den Solarstrom selbst nutzen – die RentabilitĂ€t erhöhen

Stand: August 2017

Eigenverbrauch

Dimensionierung nach Bedarf:
Installation fĂŒr den Eigenverbrauch

Der Eigen­verbrauch oder Selbst­ver­brauch ist die Nutzung des selbst­erzeugten Solarstroms in un­mittelbarer rĂ€umlicher NĂ€he, d.h. inner­halb desselben Nieder­spannungsnetzes, in dem der Strom erzeugt wird.

PV-Anlagenbetreibern bietet der Eigen­verbrauch die Option, neben der Ein­speise­vergĂŒtung zusĂ€tzlich von der Strom­erzeugung ihrer Photo­vol­taik­anlage zu profitieren.


Einspeisung oder Eigenverbrauch?

Sollten Photovoltaikbetreiber sich fĂŒr die Volleinspeisung (mit Stromzukauf) oder fĂŒr den Eigenverbrauch (mit Überschuss-Einspeisung) entscheiden?

Beides ist lukrativ:

  • Über 20 Jahre hin erhalten Besitzer von Photovoltaikanlagen die Ein­speise­vergĂŒtung, eine feste VergĂŒtung fĂŒr eingespeisten Strom – sie bietet den Betreibern risikofreie und krisenfeste Sicherheit fĂŒr ihre Investition.
  • Sind die Strompreise jedoch höher – d.h.: sind die möglichen Einspareffekte höher als die EinspeisevergĂŒtung -, empfiehlt sich unter finanziellen Gesichtspunkten ein möglichst hoher Selbstverbrauch des Eigenstroms.

Eine Erhöhung des Eigenverbrauchs gelingt mit Solarstromspeicher-Systemen – die seit 1.3.2016 wieder großzĂŒgig von der Bundesregierung gefördert werden. Der Tilgungszuschuss ist dabei umso höher, je eher der Speicher eingebaut wird. Bis Juni 2016 betrug er bspw. 25% der maximal 2.000 Euro pro kWp Anlagenleistung. Danach sinkt er auf 22 und ab Januar 2019 auf 19%.

Außerdem empfiehlt es sich, den Verbrauch im Haushalt zu managen – das heißt schlicht, den Haushaltsstrom zu den Spitzenzeiten der PV-Stromproduktion zu verbrauchen. Zum Beispiel (so dröge es vielleicht klingen mag), indem Sie als Photovoltaikbetreiber Ihre Waschmaschine i.d.R. erst ab 11 Uhr, den Trockner bis spĂ€testens 16 Uhr laufen lassen. Dies soll keineswegs ein eisernes Korsett werden, aber doch eine locker zu beachtende Regel.
Der Rest des Eigenstroms kann dann fĂŒr Abends, Nachts und/oder FrĂŒhmorgens gespeichert werden.

Eigenverbrauch oder EinspeisevergĂŒtung? Lassen Sie sich jetzt eine Photovoltaikanlage mit beiden Varianten berechnen:
Zur kostenlosen Berechnung




Den Solarstrom selbst nutzen – die RentabilitĂ€t erhöhen

Stand: August 2017

Eigenverbrauch

Dimensionierung nach Bedarf:
Installation fĂŒr den Eigenverbrauch

Der Eigen­verbrauch oder Selbst­ver­brauch ist die Nutzung des selbst­erzeugten Solarstroms in un­mittelbarer rĂ€umlicher NĂ€he, d.h. inner­halb desselben Nieder­spannungsnetzes, in dem der Strom erzeugt wird.

PV-Anlagenbetreibern bietet der Eigen­verbrauch die Option, neben der Ein­speise­vergĂŒtung zusĂ€tzlich von der Strom­erzeugung ihrer Photo­vol­taik­anlage zu profitieren.


Einspeisung oder Eigenverbrauch?

Sollten Photovoltaikbetreiber sich fĂŒr die Volleinspeisung (mit Stromzukauf) oder fĂŒr den Eigenverbrauch (mit Überschuss-Einspeisung) entscheiden?

Beides ist lukrativ:

  • Über 20 Jahre hin erhalten Besitzer von Photovoltaikanlagen die Ein­speise­vergĂŒtung, eine feste VergĂŒtung fĂŒr eingespeisten Strom – sie bietet den Betreibern risikofreie und krisenfeste Sicherheit fĂŒr ihre Investition.
  • Sind die Strompreise jedoch höher – d.h.: sind die möglichen Einspareffekte höher als die EinspeisevergĂŒtung -, empfiehlt sich unter finanziellen Gesichtspunkten ein möglichst hoher Selbstverbrauch des Eigenstroms.

Eine Erhöhung des Eigenverbrauchs gelingt mit Solarstromspeicher-Systemen – die seit 1.3.2016 wieder großzĂŒgig von der Bundesregierung gefördert werden. Der Tilgungszuschuss ist dabei umso höher, je eher der Speicher eingebaut wird. Bis Juni 2016 betrug er bspw. 25% der maximal 2.000 Euro pro kWp Anlagenleistung. Danach sinkt er auf 22 und ab Januar 2019 auf 19%.

Außerdem empfiehlt es sich, den Verbrauch im Haushalt zu managen – das heißt schlicht, den Haushaltsstrom zu den Spitzenzeiten der PV-Stromproduktion zu verbrauchen. Zum Beispiel (so dröge es vielleicht klingen mag), indem Sie als Photovoltaikbetreiber Ihre Waschmaschine i.d.R. erst ab 11 Uhr, den Trockner bis spĂ€testens 16 Uhr laufen lassen. Dies soll keineswegs ein eisernes Korsett werden, aber doch eine locker zu beachtende Regel.
Der Rest des Eigenstroms kann dann fĂŒr Abends, Nachts und/oder FrĂŒhmorgens gespeichert werden.

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Den Solarstrom selbst nutzen – die RentabilitĂ€t erhöhen

Stand: August 2017

Eigenverbrauch

Dimensionierung nach Bedarf:
Installation fĂŒr den Eigenverbrauch

Der Eigen­verbrauch oder Selbst­ver­brauch ist die Nutzung des selbst­erzeugten Solarstroms in un­mittelbarer rĂ€umlicher NĂ€he, d.h. inner­halb desselben Nieder­spannungsnetzes, in dem der Strom erzeugt wird.

PV-Anlagenbetreibern bietet der Eigen­verbrauch die Option, neben der Ein­speise­vergĂŒtung zusĂ€tzlich von der Strom­erzeugung ihrer Photo­vol­taik­anlage zu profitieren.


Einspeisung oder Eigenverbrauch?

Sollten Photovoltaikbetreiber sich fĂŒr die Volleinspeisung (mit Stromzukauf) oder fĂŒr den Eigenverbrauch (mit Überschuss-Einspeisung) entscheiden?

Beides ist lukrativ:

  • Über 20 Jahre hin erhalten Besitzer von Photovoltaikanlagen die Ein­speise­vergĂŒtung, eine feste VergĂŒtung fĂŒr eingespeisten Strom – sie bietet den Betreibern risikofreie und krisenfeste Sicherheit fĂŒr ihre Investition.
  • Sind die Strompreise jedoch höher – d.h.: sind die möglichen Einspareffekte höher als die EinspeisevergĂŒtung -, empfiehlt sich unter finanziellen Gesichtspunkten ein möglichst hoher Selbstverbrauch des Eigenstroms.

Eine Erhöhung des Eigenverbrauchs gelingt mit Solarstromspeicher-Systemen – die seit 1.3.2016 wieder großzĂŒgig von der Bundesregierung gefördert werden. Der Tilgungszuschuss ist dabei umso höher, je eher der Speicher eingebaut wird. Bis Juni 2016 betrug er bspw. 25% der maximal 2.000 Euro pro kWp Anlagenleistung. Danach sinkt er auf 22 und ab Januar 2019 auf 19%.

Außerdem empfiehlt es sich, den Verbrauch im Haushalt zu managen – das heißt schlicht, den Haushaltsstrom zu den Spitzenzeiten der PV-Stromproduktion zu verbrauchen. Zum Beispiel (so dröge es vielleicht klingen mag), indem Sie als Photovoltaikbetreiber Ihre Waschmaschine i.d.R. erst ab 11 Uhr, den Trockner bis spĂ€testens 16 Uhr laufen lassen. Dies soll keineswegs ein eisernes Korsett werden, aber doch eine locker zu beachtende Regel.
Der Rest des Eigenstroms kann dann fĂŒr Abends, Nachts und/oder FrĂŒhmorgens gespeichert werden.

Eigenverbrauch oder EinspeisevergĂŒtung? Lassen Sie sich jetzt eine Photovoltaikanlage mit beiden Varianten berechnen:
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Wissenswert

Die Gesetzeslage:

Im Zuge der EEG-Reform 2014 sind mit Beschluss der Regierungsmehrheit im Bundestag am 27. Juni die bis dahin gĂŒltigen Regelungen zum Eigenverbrauch geĂ€ndert worden.

Die wichtigste Neuerung des EEG 2014 in unserem Zusammenhang: Betreiber grĂ¶ĂŸerer neu errichteter PV-Anlagen ĂŒber 10 kWp sollen fĂŒr den selbst verbrauchten Solarstrom ab September 2014 30%, ab 2016 35% und ab 2017 40% der EEG-Umlage entrichten.
Betreiber typischer Photovoltaikanlagen, wie sie auf Ein- und ZweifamilienhÀusern installiert werden (rund 5 bis 7 kWp), sind von der Umlage nicht betroffen.

Altanlagen sind zunĂ€chst vor der Abgabe geschĂŒtzt (Bestandsschutz), allerdings hat die EU dies als Ungleichbehandlung gerĂŒgt. Daher soll 2017 geprĂŒft werden, ob auch diese Anlagen mit der Umlage belegt werden mĂŒssen.
Jedoch ist sowohl die EEG-Umlage fĂŒr den Selbstverbrauch als auch die Aufhebung des Bestandsschutzes rechtlich umstritten.

Noch einmal: Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von unter 10 kWp – also PV-Anlagen wie auf DĂ€chern von Ein- und ZweifamilienhĂ€usern ĂŒblich – sind durch die Änderung ausdrĂŒcklich nicht betroffen.
Das gilt auch fĂŒr die im Bundesfinanzministerium angedachten Änderungen des Stromsteuergesetzes (Bericht der SĂŒddeutschen am 24. Mai 2016 (Paywall)). Diese sehen vor, dass bei Selbstversorgung mit Solarstrom zusĂ€tzliche Steuern von 2,05 Cent je verbrauchter Kilowattstunde abgefĂŒhrt werden sollen – dies allerdings nur bei Anlagen ĂŒber 20 MWh. Davon betroffen wĂ€ren vor allem mittlere bis grĂ¶ĂŸere Gewerbebetriebe und grĂ¶ĂŸere MehrfamilienhĂ€user.

Das aktuell gĂŒltige EEG trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Die EEG-Novelle Ă€ndert an den Bestimmungen zum Eigenverbrauch nichts.

Eine Beispielrechnung


Grafik: Einspareffekte durch Eigenverbrauch

Nicht lesbar? Grafik bitte anklicken!
© 2017 Norbert Auer

Wie diese Grafik zeigt, besteht durch den Eigenverbrauch schon heute ein erhebliches Einsparpotenzial: Mit Stand August 2017 liegt dieses bei rund 17 Cent/kWh. Selbst bei einer moderaten Teuerung der Strompreise von 2,5% wird sich dieses Potential in den kommenden Jahren vergrĂ¶ĂŸern. (Weitere Informationen finden Sie im beigegebenen Text, wenn Sie die Grafik durch Anklicken vergrĂ¶ĂŸern).

Die Vorteile des Eigenverbrauchs:

  • UnabhĂ€ngigkeit von Stromanbietern und steigenden Energiepreisen.
  • Je höher der Selbstverbrauch, desto höher die Photovoltaik-Rendite.
  • Gewerblichen Selbstverbrauchern (also auch Betreibern gewerblicher Solarstromanlagen auf dem privaten Dach) steht der vollstĂ€ndige Vorsteuerabzug zu.

Eingehende Informationen zur EinspeisevergĂŒtung finden Sie hier.

Wie der höhere Eigenverbrauch Ihre Rendite steigern kann, zeigt das folgende Berechnungsbeispiel einer Solarstromanlage in Berlin-Zehlendorf.
Die Beispielanlage wird im August 2017 in Betrieb genommen. Angenommen werden fĂŒr das Beispiel 0%, 20% und 40% Eigenverbrauch.

Photovoltaikanlage in Berlin-Zehlendorf Bei 0% Bei 20% Bei 40% Eigenverbrauch
Einnahmen EinspeisevergĂŒtung ĂŒber die gesamte Laufzeit 14.282€ 11.450€ 8.536€
Einsparungen Eigenverbrauch ĂŒber die gesamte Laufzeit 0€ 9.250€ 18.502€
Gesamteinnahmen ĂŒber die gesamte Laufzeit (pro Jahr) 14.282€
(702€)
20.700€
(1.018€)
27.037€
(1.330€)
Gesamtkosten ĂŒber die gesamte Laufzeit 10.520€
Überschuss ĂŒber die gesamte Laufzeit (pro Jahr) 3.762€ (185€) 10.180€ (501€) 16.517€ (812€)
Objektrendite vor Steuern 4,42% p.a. 8,62% p.a. 12,03% p.a.
Beispiel: Objektrendite nach Steuern (s.u.) 3,40% p.a. 7,99% p.a. 11,61% p.a.

* Grundlagen der Renditeberechnung: Anlagenleistung 6,3 kWp, Preis 1.150 €/kWp, Solarstromertrag 929 kWh/kWp (SO-Ausrichtung), Strompreis 2017 von 29 ct/kWh, Energiepreis-Teuerung 3% p.a., Betriebskosten p.a. 2% des Anlagenpreises, Teuerung 1% p.a., persönlicher Steuersatz 25,69%, Degradation 0,25% p.a., Bemessungsgrundlage fĂŒr die Eigenverbrauchs-Umsatzsteuerabgabe ist der Nettopreis des zugekauften Stroms.

Studien des Instituts fĂŒr Ökologische Wirtschaft (siehe auch dieses PDF – S. 18-22), der HTW Berlin und der Stiftung Warentest empfehlen einen möglichst hohen Eigenverbrauchs-Anteil am Strom aus Photovoltaikanlagen:

Möglicher Anteil Eigenverbrauch

Wie viel Eigenverbrauch ist ĂŒberhaupt realistisch?

Diagramm: Speicher erhöht Eigenverbrauch.

Der Anteil von selbst­verbrauch­tem Eigen­strom kann vor allem bei Klein­anlagen in der Praxis durch bedarfs­gerechte Planung der PV-Anlage ohne Solarstromspeicher auf gut 40% gebracht werden.
Wer seinen Energieverbrauch zusÀtzlich systemisch optimiert, kann den Anteil sogar steigern.

Hierbei werden durch einfache Verbrauchs­anpas­sungen – z.B. mit Zeitschaltuhren – stromintensive TĂ€tigkeiten auf die Tages­zeiten mit dem höchsten PV-Ertrag zwischen 11 und 16 Uhr verlegt; dasselbe gilt fĂŒr das Aufladen von Akkus und Batterien.

Da die Erzeugungszeiten von Solarstrom (ganztags) und die Verbrauchszeiten (Spitzen liegen am Mittag und am Abend) derzeit nur teilweise ĂŒbereinander liegen, kann der erzeugte Solarstrom aber nicht zur GĂ€nze selbst verbraucht werden.
Allerdings werden Solarstromspeicher, mit denen sich die Quote selbst verbrauchten Solarstroms auf ĂŒber 90% steigern lĂ€sst, seit 1. Mai 2013 vom Staat großzĂŒgig gefördert. Auch die Entwicklung der entsprechenden, effizienten Speicher- und Haustechnik zur Erhöhung des Eigenverbrauchs holt gegenwĂ€rtig rasch auf.

Hier kostenlos ein Solarstromspeicher-System fĂŒr Ihre PV-Anlage berechnen!

Was nun – Einspeisung oder Eigenverbrauch?
Beides!

Volleinspeisung

Die EinspeisevergĂŒtung wird monatlich neu angepasst – zur Höhe der jeweils aktuellen SĂ€tze vgl. unsere Informationen zur EinspeisevergĂŒtung -, sie gilt vom Monat der Inbetriebnahme der PV-Anlage an und bleibt 20 Jahre lang gleich.
Die Volleinspeisung bietet PV-Betreibern fĂŒr ihre Investition nach wie vor sichere und gute Renditen von rund 2-4% p.a.

Überschusseinspeisung

Die Renditen der Volleinspeisung sind im Vergleich mit der Überschusseinspeisung aber – je nach Eigenverbrauchsanteil – um 3-5 Prozentpunkte geringer. Grund dafĂŒr ist das

Einsparpotenzial durch den Eigenverbrauch.

Der Haushaltspreis fĂŒr Strom liegt mit durchschnittlich 29 ct/kWh (unge­fĂ€hrer mittlerer deutscher Haushaltsstrom­preis Sommer 2017) heute deutlich ĂŒber den Ver­gĂŒtungs­sĂ€tzen fĂŒr die Einspeisung. Weitere Erhöhungen werden erwartet.
(Vgl. Grafik und Rechnungen oben.)

FAZIT

Das Einsparpotenzial des Eigenverbrauchs ist somit höher als der mögliche Gewinn durch die Ein­speise­vergĂŒtung. FĂŒr kleine und mittelgroße private Anlagen liegt es umsatz­steuer­bereinigt derzeit z.B. bei mindestens 17 Cent pro Kilowattstunde.

Direktverbrauch: keine steuerlichen Nachteile

Steuerlich nachteilige Auswirkungen haben Sie durch die Überschuss-Einspeisung – anders als bis zum 31.12.2011 – nicht mehr zu erwarten. Selbstverbrauchter Strom gilt seit 2015 steuerrechtlich als vom Netzbetreiber zum Netto-Strompreis zurĂŒckgekauft, die Gewerbeeigenschaft Ihrer PV-Anlage ist daher auch bei höherem Selbstverbrauch nicht mehr gefĂ€hrdet.

Wie sich die Entscheidung fĂŒr die Überschuss-Einspeisung in der Praxis niederschlĂ€gt, haben wir anhand mehrerer Beispiele unter der Fragestellung Lohnt sich die Photovoltaik?" durchgerechnet.

Diese Informationen finden Sie hier.

FĂŒr Photovoltaikanlagen mit Inbetriebnahme zwischen 1. Januar 2009 und 30. Juni 2012 gab es nach EEG sogar noch eine zusĂ€tzliche EigenverbrauchsvergĂŒtung.

Eigenverbrauch und technische Details

Eigenverbrauch Photovoltaik

Verbrauch selbsterzeugten Solarstroms – in unmittelbarer rĂ€umlicher NĂ€he

Voraussetzung fĂŒr den Eigenverbrauch ist die exakte Messung der selbsterzeugten und verbrauchten Solarstrommenge. Die Technischen Anschluss­bedingungen an das Nieder­span­nungs­netz (TAB) empfehlen dazu einen sogenannten ZweirichtungszĂ€hler, mit dem die bezogene und die eingespeiste Solarstrommenge in einer Messeinrichtung mit zwei unabhĂ€ngigen ZĂ€hlwerken erfasst werden können. Alternativ zum ZweirichtungszĂ€hler können auch zwei separate ZĂ€hler mit einer RĂŒcklaufsperre eingesetzt werden.

Alle Ergebnisse, Fakten und Argumente zusammengenommen, empfiehlt es sich, die Photovoltaikanlage bei Inbetriebnahme mit einem Zweirichtungs-ZĂ€hler auszustatten und zur Einspeisung ins öffentliche Netz anzumelden – und zwar sowohl beim Netzbetreiber (das erledigt Ihr Solarteur) als auch bei der Bundesnetzagentur (hier).
Die Anmeldung verpflichtet Sie allerdings nicht dazu, den gesamten Strom aus der PV-Anlage ins Netz einzuspeisen. Sie können einen möglichst hohen Anteil dem Eigenverbrauch zufĂŒhren – und den ĂŒberstĂ€ndigen Rest gegen die fĂŒr Sie geltenden EinspeisevergĂŒtung ins Netz einspeisen.

Solarzellen im Zusammenspiel

Zur individuellen Berechnung

Wissenswert

Die Gesetzeslage:

Im Zuge der EEG-Reform 2014 sind mit Beschluss der Regierungsmehrheit im Bundestag am 27. Juni die bis dahin gĂŒltigen Regelungen zum Eigenverbrauch geĂ€ndert worden.

Die wichtigste Neuerung des EEG 2014 in unserem Zusammenhang: Betreiber grĂ¶ĂŸerer neu errichteter PV-Anlagen ĂŒber 10 kWp sollen fĂŒr den selbst verbrauchten Solarstrom ab September 2014 30%, ab 2016 35% und ab 2017 40% der EEG-Umlage entrichten.
Betreiber typischer Photovoltaikanlagen, wie sie auf Ein- und ZweifamilienhÀusern installiert werden (rund 5 bis 7 kWp), sind von der Umlage nicht betroffen.

Altanlagen sind zunĂ€chst vor der Abgabe geschĂŒtzt (Bestandsschutz), allerdings hat die EU dies als Ungleichbehandlung gerĂŒgt. Daher soll 2017 geprĂŒft werden, ob auch diese Anlagen mit der Umlage belegt werden mĂŒssen.
Jedoch ist sowohl die EEG-Umlage fĂŒr den Selbstverbrauch als auch die Aufhebung des Bestandsschutzes rechtlich umstritten.

Noch einmal: Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von unter 10 kWp – also PV-Anlagen wie auf DĂ€chern von Ein- und ZweifamilienhĂ€usern ĂŒblich – sind durch die Änderung ausdrĂŒcklich nicht betroffen.
Das gilt auch fĂŒr die im Bundesfinanzministerium angedachten Änderungen des Stromsteuergesetzes (Bericht der SĂŒddeutschen am 24. Mai 2016 (Paywall)). Diese sehen vor, dass bei Selbstversorgung mit Solarstrom zusĂ€tzliche Steuern von 2,05 Cent je verbrauchter Kilowattstunde abgefĂŒhrt werden sollen – dies allerdings nur bei Anlagen ĂŒber 20 MWh. Davon betroffen wĂ€ren vor allem mittlere bis grĂ¶ĂŸere Gewerbebetriebe und grĂ¶ĂŸere MehrfamilienhĂ€user.

Das aktuell gĂŒltige EEG trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Die EEG-Novelle Ă€ndert an den Bestimmungen zum Eigenverbrauch nichts.

Eine Beispielrechnung


Grafik: Einspareffekte durch Eigenverbrauch

Nicht lesbar? Grafik bitte anklicken!
© 2017 Norbert Auer

Wie diese Grafik zeigt, besteht durch den Eigenverbrauch schon heute ein erhebliches Einsparpotenzial: Mit Stand August 2017 liegt dieses bei rund 17 Cent/kWh. Selbst bei einer moderaten Teuerung der Strompreise von 2,5% wird sich dieses Potential in den kommenden Jahren vergrĂ¶ĂŸern. (Weitere Informationen finden Sie im beigegebenen Text, wenn Sie die Grafik durch Anklicken vergrĂ¶ĂŸern).

Die Vorteile des Eigenverbrauchs:

  • UnabhĂ€ngigkeit von Stromanbietern und steigenden Energiepreisen.
  • Je höher der Selbstverbrauch, desto höher die Photovoltaik-Rendite.
  • Gewerblichen Selbstverbrauchern (also auch Betreibern gewerblicher Solarstromanlagen auf dem privaten Dach) steht der vollstĂ€ndige Vorsteuerabzug zu.

Eingehende Informationen zur EinspeisevergĂŒtung finden Sie hier.

Wie der höhere Eigenverbrauch Ihre Rendite steigern kann, zeigt das folgende Berechnungsbeispiel einer Solarstromanlage in Berlin-Zehlendorf.
Die Beispielanlage wird im August 2017 in Betrieb genommen. Angenommen werden fĂŒr das Beispiel 0%, 20% und 40% Eigenverbrauch.

Photovoltaikanlage in Berlin-Zehlendorf Bei 0% Bei 20% Bei 40% Eigenverbrauch
Einnahmen EinspeisevergĂŒtung ĂŒber die gesamte Laufzeit 14.282€ 11.450€ 8.536€
Einsparungen Eigenverbrauch ĂŒber die gesamte Laufzeit 0€ 9.250€ 18.502€
Gesamteinnahmen ĂŒber die gesamte Laufzeit (pro Jahr) 14.282€
(702€)
20.700€
(1.018€)
27.037€
(1.330€)
Gesamtkosten ĂŒber die gesamte Laufzeit 10.520€
Überschuss ĂŒber die gesamte Laufzeit (pro Jahr) 3.762€ (185€) 10.180€ (501€) 16.517€ (812€)
Objektrendite vor Steuern 4,42% p.a. 8,62% p.a. 12,03% p.a.
Beispiel: Objektrendite nach Steuern (s.u.) 3,40% p.a. 7,99% p.a. 11,61% p.a.

* Grundlagen der Renditeberechnung: Anlagenleistung 6,3 kWp, Preis 1.150 €/kWp, Solarstromertrag 929 kWh/kWp (SO-Ausrichtung), Strompreis 2017 von 29 ct/kWh, Energiepreis-Teuerung 3% p.a., Betriebskosten p.a. 2% des Anlagenpreises, Teuerung 1% p.a., persönlicher Steuersatz 25,69%, Degradation 0,25% p.a., Bemessungsgrundlage fĂŒr die Eigenverbrauchs-Umsatzsteuerabgabe ist der Nettopreis des zugekauften Stroms.

Studien des Instituts fĂŒr Ökologische Wirtschaft (siehe auch dieses PDF – S. 18-22), der HTW Berlin und der Stiftung Warentest empfehlen einen möglichst hohen Eigenverbrauchs-Anteil am Strom aus Photovoltaikanlagen:

Möglicher Anteil Eigenverbrauch

Wie viel Eigenverbrauch ist ĂŒberhaupt realistisch?

Diagramm: Speicher erhöht Eigenverbrauch.

Der Anteil von selbst­verbrauch­tem Eigen­strom kann vor allem bei Klein­anlagen in der Praxis durch bedarfs­gerechte Planung der PV-Anlage ohne Solarstromspeicher auf gut 40% gebracht werden.
Wer seinen Energieverbrauch zusÀtzlich systemisch optimiert, kann den Anteil sogar steigern.

Hierbei werden durch einfache Verbrauchs­anpas­sungen – z.B. mit Zeitschaltuhren – stromintensive TĂ€tigkeiten auf die Tages­zeiten mit dem höchsten PV-Ertrag zwischen 11 und 16 Uhr verlegt; dasselbe gilt fĂŒr das Aufladen von Akkus und Batterien.

Da die Erzeugungszeiten von Solarstrom (ganztags) und die Verbrauchszeiten (Spitzen liegen am Mittag und am Abend) derzeit nur teilweise ĂŒbereinander liegen, kann der erzeugte Solarstrom aber nicht zur GĂ€nze selbst verbraucht werden.
Allerdings werden Solarstromspeicher, mit denen sich die Quote selbst verbrauchten Solarstroms auf ĂŒber 90% steigern lĂ€sst, seit 1. Mai 2013 vom Staat großzĂŒgig gefördert. Auch die Entwicklung der entsprechenden, effizienten Speicher- und Haustechnik zur Erhöhung des Eigenverbrauchs holt gegenwĂ€rtig rasch auf.

Hier kostenlos ein Solarstromspeicher-System fĂŒr Ihre PV-Anlage berechnen!

Was nun – Einspeisung oder Eigenverbrauch?
Beides!

Volleinspeisung

Die EinspeisevergĂŒtung wird monatlich neu angepasst – zur Höhe der jeweils aktuellen SĂ€tze vgl. unsere Informationen zur EinspeisevergĂŒtung -, sie gilt vom Monat der Inbetriebnahme der PV-Anlage an und bleibt 20 Jahre lang gleich.
Die Volleinspeisung bietet PV-Betreibern fĂŒr ihre Investition nach wie vor sichere und gute Renditen von rund 2-4% p.a.

Überschusseinspeisung

Die Renditen der Volleinspeisung sind im Vergleich mit der Überschusseinspeisung aber – je nach Eigenverbrauchsanteil – um 3-5 Prozentpunkte geringer. Grund dafĂŒr ist das

Einsparpotenzial durch den Eigenverbrauch.

Der Haushaltspreis fĂŒr Strom liegt mit durchschnittlich 29 ct/kWh (unge­fĂ€hrer mittlerer deutscher Haushaltsstrom­preis Sommer 2017) heute deutlich ĂŒber den Ver­gĂŒtungs­sĂ€tzen fĂŒr die Einspeisung. Weitere Erhöhungen werden erwartet.
(Vgl. Grafik und Rechnungen oben.)

FAZIT

Das Einsparpotenzial des Eigenverbrauchs ist somit höher als der mögliche Gewinn durch die Ein­speise­vergĂŒtung. FĂŒr kleine und mittelgroße private Anlagen liegt es umsatz­steuer­bereinigt derzeit z.B. bei mindestens 17 Cent pro Kilowattstunde.

Direktverbrauch: keine steuerlichen Nachteile

Steuerlich nachteilige Auswirkungen haben Sie durch die Überschuss-Einspeisung – anders als bis zum 31.12.2011 – nicht mehr zu erwarten. Selbstverbrauchter Strom gilt seit 2015 steuerrechtlich als vom Netzbetreiber zum Netto-Strompreis zurĂŒckgekauft, die Gewerbeeigenschaft Ihrer PV-Anlage ist daher auch bei höherem Selbstverbrauch nicht mehr gefĂ€hrdet.

Wie sich die Entscheidung fĂŒr die Überschuss-Einspeisung in der Praxis niederschlĂ€gt, haben wir anhand mehrerer Beispiele unter der Fragestellung Lohnt sich die Photovoltaik?" durchgerechnet.

Diese Informationen finden Sie hier.

FĂŒr Photovoltaikanlagen mit Inbetriebnahme zwischen 1. Januar 2009 und 30. Juni 2012 gab es nach EEG sogar noch eine zusĂ€tzliche EigenverbrauchsvergĂŒtung.

Eigenverbrauch und technische Details

Eigenverbrauch Photovoltaik

Verbrauch selbsterzeugten Solarstroms – in unmittelbarer rĂ€umlicher NĂ€he

Voraussetzung fĂŒr den Eigenverbrauch ist die exakte Messung der selbsterzeugten und verbrauchten Solarstrommenge. Die Technischen Anschluss­bedingungen an das Nieder­span­nungs­netz (TAB) empfehlen dazu einen sogenannten ZweirichtungszĂ€hler, mit dem die bezogene und die eingespeiste Solarstrommenge in einer Messeinrichtung mit zwei unabhĂ€ngigen ZĂ€hlwerken erfasst werden können. Alternativ zum ZweirichtungszĂ€hler können auch zwei separate ZĂ€hler mit einer RĂŒcklaufsperre eingesetzt werden.

Alle Ergebnisse, Fakten und Argumente zusammengenommen, empfiehlt es sich, die Photovoltaikanlage bei Inbetriebnahme mit einem Zweirichtungs-ZĂ€hler auszustatten und zur Einspeisung ins öffentliche Netz anzumelden – und zwar sowohl beim Netzbetreiber (das erledigt Ihr Solarteur) als auch bei der Bundesnetzagentur (hier).
Die Anmeldung verpflichtet Sie allerdings nicht dazu, den gesamten Strom aus der PV-Anlage ins Netz einzuspeisen. Sie können einen möglichst hohen Anteil dem Eigenverbrauch zufĂŒhren – und den ĂŒberstĂ€ndigen Rest gegen die fĂŒr Sie geltenden EinspeisevergĂŒtung ins Netz einspeisen.

Solarzellen im Zusammenspiel

Zur individuellen Berechnung

Wissenswert

Die Gesetzeslage:

Im Zuge der EEG-Reform 2014 sind mit Beschluss der Regierungsmehrheit im Bundestag am 27. Juni die bis dahin gĂŒltigen Regelungen zum Eigenverbrauch geĂ€ndert worden.

Die wichtigste Neuerung des EEG 2014 in unserem Zusammenhang: Betreiber grĂ¶ĂŸerer neu errichteter PV-Anlagen ĂŒber 10 kWp sollen fĂŒr den selbst verbrauchten Solarstrom ab September 2014 30%, ab 2016 35% und ab 2017 40% der EEG-Umlage entrichten.
Betreiber typischer Photovoltaikanlagen, wie sie auf Ein- und ZweifamilienhÀusern installiert werden (rund 5 bis 7 kWp), sind von der Umlage nicht betroffen.

Altanlagen sind zunĂ€chst vor der Abgabe geschĂŒtzt (Bestandsschutz), allerdings hat die EU dies als Ungleichbehandlung gerĂŒgt. Daher soll 2017 geprĂŒft werden, ob auch diese Anlagen mit der Umlage belegt werden mĂŒssen.
Jedoch ist sowohl die EEG-Umlage fĂŒr den Selbstverbrauch als auch die Aufhebung des Bestandsschutzes rechtlich umstritten.

Noch einmal: Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von unter 10 kWp – also PV-Anlagen wie auf DĂ€chern von Ein- und ZweifamilienhĂ€usern ĂŒblich – sind durch die Änderung ausdrĂŒcklich nicht betroffen.
Das gilt auch fĂŒr die im Bundesfinanzministerium angedachten Änderungen des Stromsteuergesetzes (Bericht der SĂŒddeutschen am 24. Mai 2016 (Paywall)). Diese sehen vor, dass bei Selbstversorgung mit Solarstrom zusĂ€tzliche Steuern von 2,05 Cent je verbrauchter Kilowattstunde abgefĂŒhrt werden sollen – dies allerdings nur bei Anlagen ĂŒber 20 MWh. Davon betroffen wĂ€ren vor allem mittlere bis grĂ¶ĂŸere Gewerbebetriebe und grĂ¶ĂŸere MehrfamilienhĂ€user.

Das aktuell gĂŒltige EEG trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Die EEG-Novelle Ă€ndert an den Bestimmungen zum Eigenverbrauch nichts.

Eine Beispielrechnung


Grafik: Einspareffekte durch Eigenverbrauch

Nicht lesbar? Grafik bitte anklicken!
© 2017 Norbert Auer

Wie diese Grafik zeigt, besteht durch den Eigenverbrauch schon heute ein erhebliches Einsparpotenzial: Mit Stand August 2017 liegt dieses bei rund 17 Cent/kWh. Selbst bei einer moderaten Teuerung der Strompreise von 2,5% wird sich dieses Potential in den kommenden Jahren vergrĂ¶ĂŸern. (Weitere Informationen finden Sie im beigegebenen Text, wenn Sie die Grafik durch Anklicken vergrĂ¶ĂŸern).

Die Vorteile des Eigenverbrauchs:

  • UnabhĂ€ngigkeit von Stromanbietern und steigenden Energiepreisen.
  • Je höher der Selbstverbrauch, desto höher die Photovoltaik-Rendite.
  • Gewerblichen Selbstverbrauchern (also auch Betreibern gewerblicher Solarstromanlagen auf dem privaten Dach) steht der vollstĂ€ndige Vorsteuerabzug zu.

Eingehende Informationen zur EinspeisevergĂŒtung finden Sie hier.

Wie der höhere Eigenverbrauch Ihre Rendite steigern kann, zeigt das folgende Berechnungsbeispiel einer Solarstromanlage in Berlin-Zehlendorf.
Die Beispielanlage wird im August 2017 in Betrieb genommen. Angenommen werden fĂŒr das Beispiel 0%, 20% und 40% Eigenverbrauch.

Photovoltaikanlage in Berlin-Zehlendorf Bei 0% Bei 20% Bei 40% Eigenverbrauch
Einnahmen EinspeisevergĂŒtung ĂŒber die gesamte Laufzeit 14.282€ 11.450€ 8.536€
Einsparungen Eigenverbrauch ĂŒber die gesamte Laufzeit 0€ 9.250€ 18.502€
Gesamteinnahmen ĂŒber die gesamte Laufzeit (pro Jahr) 14.282€
(702€)
20.700€
(1.018€)
27.037€
(1.330€)
Gesamtkosten ĂŒber die gesamte Laufzeit 10.520€
Überschuss ĂŒber die gesamte Laufzeit (pro Jahr) 3.762€ (185€) 10.180€ (501€) 16.517€ (812€)
Objektrendite vor Steuern 4,42% p.a. 8,62% p.a. 12,03% p.a.
Beispiel: Objektrendite nach Steuern (s.u.) 3,40% p.a. 7,99% p.a. 11,61% p.a.

* Grundlagen der Renditeberechnung: Anlagenleistung 6,3 kWp, Preis 1.150 €/kWp, Solarstromertrag 929 kWh/kWp (SO-Ausrichtung), Strompreis 2017 von 29 ct/kWh, Energiepreis-Teuerung 3% p.a., Betriebskosten p.a. 2% des Anlagenpreises, Teuerung 1% p.a., persönlicher Steuersatz 25,69%, Degradation 0,25% p.a., Bemessungsgrundlage fĂŒr die Eigenverbrauchs-Umsatzsteuerabgabe ist der Nettopreis des zugekauften Stroms.

Studien des Instituts fĂŒr Ökologische Wirtschaft (siehe auch dieses PDF – S. 18-22), der HTW Berlin und der Stiftung Warentest empfehlen einen möglichst hohen Eigenverbrauchs-Anteil am Strom aus Photovoltaikanlagen:

Möglicher Anteil Eigenverbrauch

Wie viel Eigenverbrauch ist ĂŒberhaupt realistisch?

Diagramm: Speicher erhöht Eigenverbrauch.

Der Anteil von selbst­verbrauch­tem Eigen­strom kann vor allem bei Klein­anlagen in der Praxis durch bedarfs­gerechte Planung der PV-Anlage ohne Solarstromspeicher auf gut 40% gebracht werden.
Wer seinen Energieverbrauch zusÀtzlich systemisch optimiert, kann den Anteil sogar steigern.

Hierbei werden durch einfache Verbrauchs­anpas­sungen – z.B. mit Zeitschaltuhren – stromintensive TĂ€tigkeiten auf die Tages­zeiten mit dem höchsten PV-Ertrag zwischen 11 und 16 Uhr verlegt; dasselbe gilt fĂŒr das Aufladen von Akkus und Batterien.

Da die Erzeugungszeiten von Solarstrom (ganztags) und die Verbrauchszeiten (Spitzen liegen am Mittag und am Abend) derzeit nur teilweise ĂŒbereinander liegen, kann der erzeugte Solarstrom aber nicht zur GĂ€nze selbst verbraucht werden.
Allerdings werden Solarstromspeicher, mit denen sich die Quote selbst verbrauchten Solarstroms auf ĂŒber 90% steigern lĂ€sst, seit 1. Mai 2013 vom Staat großzĂŒgig gefördert. Auch die Entwicklung der entsprechenden, effizienten Speicher- und Haustechnik zur Erhöhung des Eigenverbrauchs holt gegenwĂ€rtig rasch auf.

Hier kostenlos ein Solarstromspeicher-System fĂŒr Ihre PV-Anlage berechnen!

Was nun – Einspeisung oder Eigenverbrauch?
Beides!

Volleinspeisung

Die EinspeisevergĂŒtung wird monatlich neu angepasst – zur Höhe der jeweils aktuellen SĂ€tze vgl. unsere Informationen zur EinspeisevergĂŒtung -, sie gilt vom Monat der Inbetriebnahme der PV-Anlage an und bleibt 20 Jahre lang gleich.
Die Volleinspeisung bietet PV-Betreibern fĂŒr ihre Investition nach wie vor sichere und gute Renditen von rund 2-4% p.a.

Überschusseinspeisung

Die Renditen der Volleinspeisung sind im Vergleich mit der Überschusseinspeisung aber – je nach Eigenverbrauchsanteil – um 3-5 Prozentpunkte geringer. Grund dafĂŒr ist das

Einsparpotenzial durch den Eigenverbrauch.

Der Haushaltspreis fĂŒr Strom liegt mit durchschnittlich 29 ct/kWh (unge­fĂ€hrer mittlerer deutscher Haushaltsstrom­preis Sommer 2017) heute deutlich ĂŒber den Ver­gĂŒtungs­sĂ€tzen fĂŒr die Einspeisung. Weitere Erhöhungen werden erwartet.
(Vgl. Grafik und Rechnungen oben.)

FAZIT

Das Einsparpotenzial des Eigenverbrauchs ist somit höher als der mögliche Gewinn durch die Ein­speise­vergĂŒtung. FĂŒr kleine und mittelgroße private Anlagen liegt es umsatz­steuer­bereinigt derzeit z.B. bei mindestens 17 Cent pro Kilowattstunde.

Direktverbrauch: keine steuerlichen Nachteile

Steuerlich nachteilige Auswirkungen haben Sie durch die Überschuss-Einspeisung – anders als bis zum 31.12.2011 – nicht mehr zu erwarten. Selbstverbrauchter Strom gilt seit 2015 steuerrechtlich als vom Netzbetreiber zum Netto-Strompreis zurĂŒckgekauft, die Gewerbeeigenschaft Ihrer PV-Anlage ist daher auch bei höherem Selbstverbrauch nicht mehr gefĂ€hrdet.

Wie sich die Entscheidung fĂŒr die Überschuss-Einspeisung in der Praxis niederschlĂ€gt, haben wir anhand mehrerer Beispiele unter der Fragestellung Lohnt sich die Photovoltaik?" durchgerechnet.

Diese Informationen finden Sie hier.

FĂŒr Photovoltaikanlagen mit Inbetriebnahme zwischen 1. Januar 2009 und 30. Juni 2012 gab es nach EEG sogar noch eine zusĂ€tzliche EigenverbrauchsvergĂŒtung.

Eigenverbrauch und technische Details

Eigenverbrauch Photovoltaik

Verbrauch selbsterzeugten Solarstroms – in unmittelbarer rĂ€umlicher NĂ€he

Voraussetzung fĂŒr den Eigenverbrauch ist die exakte Messung der selbsterzeugten und verbrauchten Solarstrommenge. Die Technischen Anschluss­bedingungen an das Nieder­span­nungs­netz (TAB) empfehlen dazu einen sogenannten ZweirichtungszĂ€hler, mit dem die bezogene und die eingespeiste Solarstrommenge in einer Messeinrichtung mit zwei unabhĂ€ngigen ZĂ€hlwerken erfasst werden können. Alternativ zum ZweirichtungszĂ€hler können auch zwei separate ZĂ€hler mit einer RĂŒcklaufsperre eingesetzt werden.

Alle Ergebnisse, Fakten und Argumente zusammengenommen, empfiehlt es sich, die Photovoltaikanlage bei Inbetriebnahme mit einem Zweirichtungs-ZĂ€hler auszustatten und zur Einspeisung ins öffentliche Netz anzumelden – und zwar sowohl beim Netzbetreiber (das erledigt Ihr Solarteur) als auch bei der Bundesnetzagentur (hier).
Die Anmeldung verpflichtet Sie allerdings nicht dazu, den gesamten Strom aus der PV-Anlage ins Netz einzuspeisen. Sie können einen möglichst hohen Anteil dem Eigenverbrauch zufĂŒhren – und den ĂŒberstĂ€ndigen Rest gegen die fĂŒr Sie geltenden EinspeisevergĂŒtung ins Netz einspeisen.

Solarzellen im Zusammenspiel

Zur individuellen Berechnung